Pressemeldungen

Mit unseren Pressemeldungen informieren wir Sie über die Aktivitäten der Aktionsgemeinschaft.

 

Sie erhalten als Service alle Texte, Bilder und Cartoons zum Download für Ihre Pressearbeit kostenfrei unter Angabe der Quelle „Impulse pro Kanal“.

21.10.2015, TV-Talk zur Studie "Zustand der bayerischen Kanalisation" vom Landesamt für Umwelt Bayern

Neues von Impulse pro Kanal Bayern. Studie des Landesamtes für Umwelt zeigt erheblichen Nachholbedarf bei der Kanalsanierung.

09.07.2015, Pressemitteilung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt

Studie belegt kurz- bis mittelfristig Sanierungsbedarf an 12.400km öffentlichem Abwasserkanalnetz

Kanalsanierung bleibt Daueraufgabe für bayerische Gemeinden und Städte

+++ Rund 1.600km öffentliche Abwasserkanäle werden bereits jährlich von den bayerischen Gemeinden und Städten saniert. Bei gut 12.400km Kanälen besteht weiterhin kurz- bis mittelfristiger Sanierungsbedarf. Zu diesem Ergebnis kommt eine bayernweite Untersuchung der Technischen Universität München im Auftrag des Landesamtes für Umwelt (LfU), die Vertretern des Gemeinde- und Städtetages nun übergeben wurde. "Durch eine rechtzeitige Kanalsanierung werden Grundwasser und Boden vor Verunreinigungen geschützt und das immense Anlagenvermögen der Bürger bleibt erhalten", erläutert LfU-Präsident Claus Kumutat die Notwendigkeit von Sanierungsmaßnahmen. Aktuell sorgen fast 100.000km öffentliche Abwasserkanäle für einen sauberen Abtransport des Abwassers in Bayern. "In den vergangenen Jahren haben die Kommunen bereits viel erreicht" so Kumutat mit Blick auf deren verstärkte Anstrengungen. Durch Alterung der Kanalnetze ist in den nächsten Jahren jedoch mit einem steigenden Sanierungsbedarf zu rechnen. Das LfU rät daher, keine Zeit zu verlieren und zu einer systematischen Vorgehensweise auf der Grundlage von Kanalsanierungskonzepten überzugehen. Kumutat: "Sie haben nicht nur die technische Alternativen im Blick, solche Konzepte machen auch den notwendigen Sanierungsbedarf für die Gebührenzahler transparent und ermöglichen eine vorausschauende Mittelbereitstellung." +++

 

Für die Untersuchung der Technischen Universität München wurden Daten von 286 Kanalnetzbetreibern aus dem Jahr 2012 ausgewertet. Damit wurden mehr als ein Viertel der bayerischen Schmutz- und Michwasserkanäle erfasst. 
Fundierte und aktuelle Kenntnisse zum Zustand des Kanalnetzes sind unerlässlich für einen reibungslosen Betrieb. Daher sind Schmutz- und Mischwasserkanäle im eigenen Interesse der Netzbetreiber vorschriftsmäßig alle zehn Jahre durch Kamerabefahrung oder Begehung eingehend zu inspizieren. An etwa 90% der Kanäle des öffentlichen Abwassernetzes wurden solche Untersuchungen bereits durchgeführt. Bei den restlichen Anlagen besteht weiterhin Untersuchungsbedarf. Bei privaten Entwässerungsanlagen ist teilweise mit deutlich höheren Schadensraten als im öffentlichen Netz zu rechnen. Daher empfiehlt das LfU Kommunen neben den eigenen Netzen auch die Untersuchung privater Abwasserkanäle zu veranlassen, wie es in den örtlichen Entwässerungssatzungen vorgesehen ist.

 

Für Gemeinden und Städte bietet das Landesamt für Umwelt einen Leitfaden zur Inspektion und Sanierung von Abwasserkanälen zum Download oder Versand an. Im Leitfaden sind Zusammenhänge verständlich und anschaulich erläutert sowie Empfehlungen für ein schrittweises Vorgehen dargegestellt.

 

Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt 

PM_LfU_Abwasser_27_15.pdf
PDF-Dokument [54.7 KB]

31.07.2014

Sanierung maroder Abwasseranlagen

Bessere Kommunikation und Bürgerbeteiligung

Bei der Inspektion und gegebenenfalls erforderlichen Sanierung von Entwässerungsanlagen kann es keine isolierte Betrachtung öffentlicher und privater Kanäle geben. Die Wassergesetze der Länder legitimieren Kommunen, im Rahmen ihrer Satzungen auch private Grundstücksbesitzer zu einer regelmäßigen Inspektion ihrer privaten GEA zu verpflichten. Erfolgt dies ohne vorherige Aufklärung und Einbeziehung der Bürger, ist Widerstand schon aufgrund der vom einzelnen Bürger kaum einschätzbaren Kosten vorprogrammiert.

 

Die Demokratie vor Ort folgt aktuell bestimmten Verhaltensmustern, die vor der Einbeziehung der Bürger in Entscheidungen der Entwässerung berücksichtigt werden sollten:

 

Erhöhte Partizipationsansprüche

Große Teile der Bevölkerung nehmen Entscheidungen lokaler Behörden nicht mehr einfach hin und suchen dafür oftmals nicht die politischen lokalen Gremien (wie Stadt- und Gemeinderäte), sondern agieren unmittelbar über Medien oder Bürgerinitiativen.

 

Erschwerte Solidarität und überlokale Orientierung

Durch Individualisierungsprozesse wird der Lebensalltag (Wohnen, Arbeiten, Ausbildung, Familie, Konsum usw.) ortsverschieden wahrgenommen; die Fokussierung auf eine einzige Wohnumgebung und die Identifikation mit ihr verliert an Bedeutung.

 

Diskrepanz zwischen „großer“ und „kleiner“ Demokratie

Kommunale Institutionen befinden sich oft genau in der Grauzone zwischen empfundener „großer“ Entscheidungsebene (Landes-, Bundes- und Europagesetzgebung) und der „kleinen“ Entscheidungsebene der unmittelbaren lokalen Betroffenheit (Vereinsmitgliedschaften, Elterninitiativen, Mieterbeiräte). Während die Identifikation mit ersterer minimal, weil vermeintlich kaum beeinflussbar ist, besitzt letztere eine besonders große Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern.

 

Auftreten des „Nimby“-Phänomens

Bürger neigen zunehmend dazu, generell Veränderungen in der Gesellschaft zu begrüßen, solange sie davon nicht persönlich betroffen sind und keine eigenen wahrnehmbaren Nachteile (wie persönliche Kostenbelastungen) zu befürchten haben. Dieses „Not in my backyard“ (Nimby-) Verhalten ist als Denkbarriere zu berücksichtigen und argumentativ zu durchbrechen.

 

Ein Beisspiel lesen Sie auf S. 12-13 unseres Forderungskataloges

 

oder laden Sie die untene stehende pdf der Pressemeldung hoch.

Impulse pro Kanal auf SWR 2

Geld, Markt, Meinung

Bruch im Rohr - Milliarden für die Kanalisation
Sendung vom Samstag, 21.6.2014 | 12.15 Uhr | SWR2

 

  • Bruch im Rohr - Beispiele in Stuttgart
  • Interview mit Dr. Ulrich Lotz vom Fachverband Beton- und Fertigteilwerke
  • In pfälzischen Dörfern stehen viele Häuser leer - das sorgt auch beim Abwasser für Probleme
  • Warum ist es schlimm, wenn das Abwasser einfach versickert?
  • Den Kanalbaufirmen geht die Arbeit nicht aus

05.05.2014

Ganzheitliche Betrachtung von privaten und öffentlichen Abwasseranlagen

 Impulse pro Kanal mit der überarbeiteten Auflage des Forderungkataloges 2014

 

(IpK) Mehr Bürgerbeteiligung – das ist eine der sieben Forderungen, die die Aktionsgemeinschaft „Impulse pro Kanal“ anlässlich der IFAT in München am 5. Mai 2014 in ihren neuen Forderungskatalog vorstellen. Die 25 Träger der Initiative fordern, die marode Infrastruktur unter der Erde endlich mit Entschlossenheit zu sanieren.

 

Die Aktionsgemeinschaft „Impulse pro Kanal“ legt mit dieser Neuauflage neue Schwerpunkte: Die Betrachtung des ganzheitlichen Systems von öffentlichen Kanälen und privaten Abwasseranlagen, die Information und Beratung der Bürger bei Sanierungen von Abwasseranlagen sowie die Durchführung von Qualitätssicherungsmaßnahmen als Voraussetzung für nachhaltiges Handeln.

 

Bereits in der vorherigen Auflage erhielt die Aktionsgemeinschaft Unterstützung durch die Bundespolitik. Schließlich habe die weitestgehend im Besitz der Öffentlichen Hand befindliche kommunale Kanalisation hier eine Vorbildfunktion, so das Bundesbauministerium 2013.

 

Doch auch die Besitzer privaten Abwasseranlagen müssen noch stärker auf den Sanierungsbedarf der zum Teil veralteten Anschlüsse hingewiesen werden. Nur ein qualitativ hochwertiges Kanalnetz kann einen Garant für Hygiene und Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger sowie für eine intakte Umwelt bilden. Dazu ist es notwendig, bei Fachleuten aus Kommunen sowie in der Bürgerschaft das notwendige Bewusstsein für eine hochwertige Abwasserinfrastruktur zu schaffen.

 

Sanierungsbedarf privater und öffentlicher Abwasseranlagen zum Teil erheblich

ktuelle Ergebnisse aus Benchmarkingstudien sehen einen kurzfristigen Sanierungsbedarf von über 8 % des öffentlichen Kanalnetzes, mittelfristig sind im Bundesdurchschnitt etwa 18 % sanierungsbedürftig. Erste Untersuchungen von privaten Grundstücksentwässerungsanlagen (GEA) zeigen, dass rund 40 % der untersuchten GEA eine kurzfristige Sanierungspriorität aufweisen; etwa 30 % der GEA weisen Schäden mit mittelfristigen Sanierungspriorität auf.

 

Mit sieben Forderungen wird der zum Teil als kritisch zu beurteilenden Zustand von Abwasseranlagen in das öffentliche Bewusstsein getragen. Dabei wird auf wissenschaftliche Fundierung ebenso Wert gelegt wie auf stichhaltige Argumentationen zur Sicherung des wertvollen Schatzes unter der Erde.

10.05.2013

Impulse pro Kanalbau mit neuem Forderungskatalog

Ramsauer: Erneuerung und Instandhaltung des Kanalnetzes mit Nachdruck vorantreiben

 

(IpK) Die Aktionsgemeinschaft „Impulse pro Kanalbau“ hat in Berlin ihren neuen Forderungskatalog vorgestellt. Die 25 Träger der Initiative fordern, die marode Infrastruktur unter der Erde endlich mit Entschlossenheit zu sanieren. In seinem Grußwort zum Forderungskatalog betont der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Dr. Peter Raumsauer, die Bedeutung der nachhaltigen Bewirtschaftung der gebauten Infrastruktur. Die weitestgehend im Besitz der Öffentlichen Hand befindliche Kanalisation habe hier eine Vorbildfunktion.

 

Nur ein qualitativ hochwertiges Kanalnetz könne einen Garant für Hygiene und Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger sowie für eine intakte Umwelt bilden, so Ramsauer. Dazu sei es notwendig, bei Fachleuten aus Kommunen sowie in der Bürgerschaft das notwendige Bewusstsein für eine hochwertige Abwasserinfrastruktur zu schaffen.

 

Die bundesweite Aktionsgemeinschaft „Impulse pro Kanalbau“ wurde 2011 ins Leben gerufen. Ihre aktuell 25 Trägerorganisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Qualitätssicherung sowie der IG BAU fordern konkrete Maßnahmen, um den erheblichen Investitionsstau bei der Sanierung des öffentlichen Kanalnetzes zu beenden. Durch Exfiltration von Schadstoffen bei schadhaften Abwasserleitungen drohen ernsthafte Gefahren für Hygiene und Gesundheit durch Umweltschäden wie Grundwasserverunreinigung. 

17.12.2012

Ein Jahr Impulse pro Kanalbau

Impulse pro Kanalbau erreicht Politik

Übergabe des Forderungskataloges an Bundesbauminister Dr. Peter Ramsauer durch RA MAnfred D. Zehe, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrieverbands Steine und Erden e.V.

(IpK) Der Zustand des Netzes zur Abwasserentsorgung in Deutschland muss als dramatisch eingeschätzt werden. Deshalb formierten sich innerhalb des letzten Jahres bundesweit rund 20 Verbände aus den Bereichen Wirtschaft, Industrie, Gewerbe, Gewerkschaft sowie Universitäten zum Aktionsbündnis „Impulse pro Kanalbau“. Ziel der Kampagne ist es, auf Folgen des erheblichen Investitionsstaus durch die öffentliche Hand aufmerksam zu machen.


Der Wert der öffentlichen Kanalisation in Deutschland wird auf 687 Mrd. Euro geschätzt. Dem stehen Investitionsdefizite gegenüber, die als ökonomische und ökologische Zeitbomben zu bewerten sind: Es werden jährlich lediglich 1,41 Mrd. Euro in die Kanalisation investiert, das entspricht gerade mal einem Fünftel dessen, was nötig wäre, um deren Wert für 100 Jahre zu erhalten. So verrottet seit Jahren das Kanalnetz, ganz nach dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn“. Gefährliche Exfiltrationen aus Abwässern, die das Grundwasser belasten, aber auch problematische Infiltrationen, die das Grundwasser verschwenden oder Kläranlagen überlasten können, sind die Folge.


5-Punkte-Forderungskatalog neu erstellt
Die Organisationen der Kampagne Impulse pro Kanalbau erstellten deshalb gemeinsam einen Forderungskatalog: Schluss mit dem Investitionsstau! Stattdessen ein nachhaltiger Schutz von Mensch und Natur durch eine sinnvolle Sanierung oder Erneuerung der defekten Abwasserentsorgungsanlagen.
Im Forderungskatalog nimmt die Aktionsgemeinschaft Impulse pro Kanalbau Bundesbauminister Dr. Peter Ramsauer beim Wort, der in seinem Vorwort zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen von 2011 betont: „Öffentliche Bauten haben hier eine Vorbildfunktion“. Dazu passt, dass Claus Kumutat, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, in einem Interview mit der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall  e.V.,  Landesverband Bayern, 2011 erklärt: „Den Netzbetreibern muss bewusst werden, dass die Kanalnetze das größte Anlagenvermögen der Städte und Gemeinden sind.“


Der Forderungskatalog, der zeigt, dass die Sanierungsquote als wesentlich zu niedrig einzuschätzen ist, wurde von der Praxis bestätigt: So würden in Bayern laut Erich Englmann, Leiter des Referats Schutz der oberirdischen Gewässer und Abwasserentsorgung am Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, gerade einmal  500 km des Abwassernetzes pro Jahr saniert. Das Vier- bis Fünffache sei erforderlich. Aber auch in Sachsen wurde ein erheblicher Sanierungsbedarf bestätigt. Wie der sächsische Umweltminister Frank Kupfer annimmt, liege der Anteil von Haltungen mit einem kurz- und mittelfristigen Sanierungsbedarf bei rund 17 Prozent der Netzkilometer. Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller ging noch einen Schritt weiter: Er begrüßte angesichts der anstehenden großen Investitionen ausdrücklich die Aktivitäten des Aktionsbündnisses. „Damit können Sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Investitionsmaßnahmen in diesem Bereich tatsächlich in erforderlichem Umfang ergriffen werden.“, betonte Untersteller in einem Schreiben an die Aktionsgemeinschaft.


Impulse pro Kanalbau vor Ort
Dies geht nur gemeinsam mit den Verantwortlichen aus Städten und Gemeinden. Impulse pro Kanalbau sensibilisierte deshalb vor Ort für die Problematik und brachte auch die Politik auf Bundes- und Landesebene in die Mitverantwortung. Neben dem aktuellen Forderungskatalog wurden im vergangenen Jahr in den Regionen Informationsveranstaltungen initiiert, die den Städten und Gemeinden eine Plattform bieten, Lösungswege suchen und aufzeigen, wie dem Investitionsstau zur Behebung der dringlichsten Umweltschäden begegnet werden kann. In Bremen, Duisburg, Mannheim, Mühldorf, Nürnberg und Weiden diskutierten Vertreter aus dem Umweltministerium, aber auch aus der Wissenschaft und Wirtschaft mit Ansprechpartnern aus den Kommunen.



Weitere Informationen
Impulse pro Kanalbau
c/o BBB im Bayerischen Industrieverband Steine und Erden e.V.
Bundesweite Projektkoordination Dr. Katja Priem
Beethovenstraße 8
80336 München
info@impulse-pro-kanalbau.de

www.impulse-pro-kanalbau.de

Wirtschaft und Wissenschaft diskutiert mit den Kommunen vor Ort, z.B. am 17.10.2012: v.l.n.r. T. Loders (Impulse pro Kanalbau), Prof.Dr.-Ing. F.W. Günthert (Inst.f.Wasserwesen/ Bundeswehr-Universität München),Dr.-Ing. W. Weigl (Bayer.Ingenieurekammer Bau)
Viele Abwasserkanäle müssten nach Expertenmeinung saniert werden. Schäden können sonst dazu führen, dass Abwasser ins Erdreich gelangt. Darauf macht die vor einem Jahr neu ins Leben gerufene Aktionsgemeinschaft „Impulse pro Kanalbau".
PM2012-12-17_IpK-Text.pdf
PDF-Dokument [289.6 KB]

17.10.2012

Sanierungsbedarf für die Schätze unter der Erde

Impulse pro Kanalbau im Dialog mit der öffentlichen Hand

Einhalten der gesetzlich vorgegebenen Überprüfungen des Kanalnetzes – so lautet eine der Forderungen der Aktionsgemeinschaft Impulse pro Kanalbau [Bild: IpK/ trans-ponder.de]

(IpK/ Weiden) Laut einer Einschätzung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) wird der Wert der öffentlichen Kanalisation in Deutschland auf 687 Mrd. Euro geschätzt. Dem stehen Investitionsdefizite gegenüber, die als ökonomische und ökologische Zeitbomben zu bewerten sind und die Vertreter von Städten und Gemeinden vor große Herausforderungen stellen.


Hohe Hürden durch Wasserhaushaltsgesetz und drohende Schuldenbremse
Mittelknappheit und Aufgabenvielfalt sind oftmals dafür verantwortlich, dass die Sanierung und Er-neuerung des Kanalnetzes, eines der größten Anlagevermögen der Öffentlichen Hand, nicht wie im vorgesehenen Umfang erfolgen kann. Und die Zahlen und Fakten sind deutlich: Es werden jährlich lediglich 1,41 Mrd. Euro in die Kanalisation investiert, das entspricht gerade mal einem Fünftel des-sen, was nötig wäre, um den Wert der Kanalisation für 100 Jahre zu erhalten. Zudem setzt das Was-serhaushaltsgesetz hohe Hürden für die Städte und Gemeinden, nimmt es sie doch in rechtliche Verantwortung dafür, dass keine Exfiltrationen und damit Umweltschäden aus undichten Kanälen erfolgen. Die nächste Hürde wird die in den nächsten Jahren drohende „Schuldenbremse“ sein: selbst für Investitionen wird eine Fremdfinanzierung dann nahezu ausgeschlossen sein, wenn ein bestimmter Schuldenstand der Kommune erreicht ist.

Marode Kanalisation: Gefahr für Mensch und Natur
Eine marode Kanalisation bedeutet eine erhebliche Gefahr in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht. Die Organisatoren der Kampagne Impulse pro Kanalbau fordern deshalb: Schluss mit dem Investitionsstau! Stattdessen ein nachhaltiger Schutz von Mensch und Natur durch eine sinnvolle Sanierung oder Erneuerung der defekten Abwasserentsorgungsanlagen.

Impulse pro Kanalbau vor Ort: Weiden in der Oberpfalz
Dies geht nur gemeinsam mit den Verantwortlichen aus Städten und Gemeinden. Impulse pro Kanalbau will vor Ort für die Problematik sensibilisieren und die Politik auch auf Bundes- und Landesebene in die Mitverantwortung bringen. Neben dem aktuellen Forderungskatalog, werden in den Regionen Informationsveranstaltungen initiiert, die den Städten und Gemeinden eine Plattform bieten, Lösungswege suchen und aufzeigen, wie dem Investitionsstau zur Behebung der dringlichsten Umweltschäden begegnet werden kann. In Mühldorf, Weiden und in Nürnberg diskutieren Vertreter aus dem Umweltministerium, aber auch aus der Wissenschaft und Wirtschaft mit Ansprechpartnern aus den Kommunen.

Die Programme zu den Regionalveranstaltungen stehen zum download bereit unter
www.impulse-pro-kanalbau.de/Regionalveranstaltungen

PM2012-10-17_IpK-Text.pdf
PDF-Dokument [170.2 KB]

Impulse pro Kanalbau - Aktionsbündnis appelliert an die Politik

16.08.2012

(IpK) Der Zustand des Netzes zur Abwasserentsorgung in Deutschland muss als dramatisch eingeschätzt werden. Deshalb formierten sich bundesweit rund 20 Verbände aus den Bereichen Wirtschaft, Industrie, Gewerbe, Gewerkschaft sowie Universitäten zum Aktionsbündnis „Impulse pro Kanalbau“. Ziel der Kampagne ist es, auf Folgen des erheblichen Investitionsstaus durch die öffentliche Hand aufmerksam zu machen. Erste Reaktionen aus den Umweltministerien einzelner Länder sind erfolgt.


Der Wert der öffentlichen Kanalisation in Deutschland wird auf 687 Mrd. Euro geschätzt. Dem stehen Investitionsdefizite gegenüber, die als ökonomische und ökologische Zeitbomben zu bewerten sind: Es werden jährlich lediglich 1,41 Mrd. Euro in die Kanalisation investiert, das entspricht gerade mal einem Fünftel dessen, was nötig wäre, um deren Wert für 100 Jahre zu erhalten. So verrottet seit Jahren das Kanalnetz, ganz nach dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn“. Gefährliche Exfiltrationen aus Abwässern, die das Grundwasser belasten, aber auch problematische Infiltrationen, die das Grundwasser verschwenden, sind die Folge.

5-Punkte-Forderungskatalog: Erste Reaktionen von Landes-Umweltministerien

Die Organisationen der Kampagne Impulse pro Kanalbau fordern deshalb in ihrem 5-Punkte-Katalog: Schluss mit dem Investitionsstau! Stattdessen ein nachhaltiger Schutz von Mensch und Natur durch eine sinnvolle Sanierung oder Erneuerung der defekten Abwasserentsorgungsanlagen.


Der Forderungskatalog, der zeigt, dass die Sanierungsquote als wesentlich zu niedrig einzuschätzen ist, wurde von der Praxis bestätigt: So würden in Bayern laut Erich Englmann, Leiter des Referats Schutz der oberirdischen Gewässer und Abwasserentsorgung am bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, gerade einmal 500 km des Abwassernetzes pro Jahr saniert. Das Vier- bis Fünffache sei erforderlich. Aber auch in Sachsen wurde ein erheblicher Sanierungsbedarf bestätigt. Wie der sächsische Umweltminister Frank Kupfer annimmt, liege der Anteil von Haltungen mit einem kurz- und mittelfristigen Sanierungsbedarf bei rund 17 Prozent der Netzkilometer. Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller geht noch einen Schritt weiter: Er begrüßt angesichts der anstehenden großen Investitionen ausdrücklich die Aktivitäten der Aktionsbündnisses. „Damit können Sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Investitionsmaßnahmen in diesem Bereich tatsächlich in erforderlichem Umfang ergriffen werden.“, betont Untersteller in einem Schreiben an die Aktionsgemeinschaft.

 

Link: Info kompakt: Impulse pro Kanalbau – die Forderungen auf einen Blick



PM2012-08-16_Impulse pro Kanalbau-Text.d[...]
Microsoft Word-Dokument [4.7 MB]

 Bild 1: Schluss mit dem Investitionsstau bei Abwasserentsorgungsanlagen!
(Quelle: Impulse pro Kanalbau/ Schnurrer)

Bild 2: Schutz von Mensch und Natur durch eine sinnvolle Sanierung oder Erneuerung der defekten Abwasser-entsorgungsanlagen.
(Quelle: Impulse pro Kanalbau/ LGS Rosenheim)

25. Juli 2012

Marodes Kanalnetz im Land bedroht das Grundwasser Aktionsgemeinschaft warnt vor massiven Umweltschäden

Stuttgart. Das 50.000 Kilometer lange Kanalnetz in Baden-Württemberg stellt wegen zunehmender Schadstellen an Abwasserrohren und Schächten eine ernsthafte Bedrohung für das Grundwasser dar. Schätzungen zufolge versickern aufgrund von defekten Kanälen deutschlandweit bis zu 440 Mio. m3 verunreinigte Abwässer pro Jahr unkontrolliert in den Boden. Allein in Baden-Württemberg wurde laut dem aktuellen Kommunalen Abwasserbericht des Umweltministeriums bei rund 20 Prozent des Mischwasserkanalnetzes ein dringender Sanierungsbedarf festgestellt. Dennoch investieren die Kommunen im Land jährlich gerade mal ein Fünftel dessen, was nötig wäre, um den Erhalt ihrer öffentlichen Kanalisation zu sichern.


„Unter unseren Füßen tickt zwischenzeitlich eine regelrechte Zeitbombe“, warnen der Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, Dieter Diener, und der Geschäftsführer des Fachverbandes Beton- und Fertigteilwerke Baden-Württemberg, Dr. Ulrich Lotz, in einer gemeinsamen Erklärung: „Die Schadstoffe, die durch die marode Kanalisation ins Grundwasser gelangen, bedrohen nicht nur die Umwelt sondern mittlerweile auch unser Trinkwasser-Reservoir. Die Kommunen wissen um dieses Problem. Da aber derlei Schäden nicht unmittelbar sichtbar sind und die Gemeinden kein Geld haben, werden dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen immer wieder aufgeschoben. Eigentlich ein Skandal, denn es gibt eine gesetzliche Verpflichtung zur Instandhaltung des kommunalen Kanalnetzes!“ Laut Wasserhaushaltsgesetz stellt die Verunreinigung von Gewässern durch den Betrieb undichter Kanäle einen Straftatbestand dar.


Hinzu kommt der Aspekt des Werterhalts. Nach Einschätzung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) wird der Wert der öffentlichen Kanalisation in Deutschland auf 678 Mrd. Euro geschätzt. Es handelt sich damit um eines der größten Anlagevermögen der Öffentlichen Hand. Dennoch werden jährlich gerade einmal 1,41 Mrd. Euro in die Instandhaltung dieses umfangreichen Kanalnetzes gesteckt. Nach Berechnungen der DWA wäre jedoch mindestens das Fünffache nötig, um den Wert der Kanalisation für die nächsten 100 Jahre zu erhalten.


Die deutschlandweite Aktionsgemeinschaft „Impulse pro Kanalbau“ - zu der neben mehr als 20 Verbänden und Organisationen auch die Bauwirtschaft Baden-Württemberg und der Fachverband Beton- und Fertigteilwerke gehören – appelliert deshalb an Städte und Gemeinden, ihrer Verpflichtung zur nachhaltigen Sicherung der Kanalisation nachzukommen, damit künftig gefährliche Exfiltrationen und damit Umweltschäden vermieden werden. Die Vereinigung fordert u.a. von den Kommunen, die Inspektionsrate für ihre Kanalisation zu erhöhen und schnellstmöglich den gewaltigen Investitionsstau in diesem Bereich abzubauen. Dazu hat sie einen 5-Punkte-Forderungskatalog aufgestellt, der derzeit auch an die 1.101 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg verteilt wird. Neben dem Forderungskatalog sollen in den kommenden Wochen zudem Informationsveranstaltungen im Land stattfinden, um gemeinsam mit den Kommunalverantwortlichen rasche Lösungswege für das drängende Problem Kanalsanierung zu finden.

PM Marode Kanalnetze bedrohen Grundwasse[...]
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687 Milliarden Euro Anlagenwert im Boden: Sanierungsfall Kanalisation

FORUM Kanalbau am 26. März in Mühldorf fordert bessere Pflege der Infrastruktur Kanal

Über den Zustand des bayerischen Kanalsystems und die Verantwortung zu dessen Erhalt informierte die Aktionsgemeinschaft "Impulse pro Kanalbau" Vertreter von Kommunen, Wirtschaft und Politik bei einem Forum am 26. März 2012 in Mühldorf. Die Aktionsgemeinschaft wurde initiiert von BetonBauteile Bayern und ist eine Kooperation von Industrie-, Wirtschafts- und Berufsverbänden, der IG Bauen sowie verschiedener Forschungseinrichtungen.

v.l.n.r.: Katja Priem (IpK), Dr. Werner Weigl (Bay.Ing.Kammer-Bau), Ingrid Obermeier-Osl (IHK), Erich Englmann (Bayer. Umweltministerium), Thomas Loders (IpK) [Photo: Impulse pro Kanalbau]

Im Untergrund schlummern 687 Milliarden Euro an Anlagevermögen in Form der Kanalisation, informierte Thomas Loders von der Aktionsgemeinschaft. "Unser Ziel ist, den Kommunen ins Gedächtnis zu rufen, dass diese erhaltenswerte Substanz vielfach sanierungsbedürftig ist." Dass das bayerische Kanalnetz kein Sanierungsfall werde, sei auch wichtig für den Wirtschaftsstandort Bayern, betonte die Vorsitzende des IHK-Gremiums Altötting-Mühldorf Ingrid Obermeier-Osl.

Dr. Werner Weigl von der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau erläuterte das Thema aus Sicht der Bauverantwortlichen. "Der Kanal wird erst wahrgenommen, wenn etwas passiert", sagte er, "wie etwa die geplatzten Wasserleitungen im Winter." Der Zustand des Kanalsystems aber sei erschreckend. "Es hat sich ein massives Investitionsdefizit angehäuft", betonte er, jährlich werden in Deutschland rund 1,4 Milliarden Euro ins Kanalnetz investiert, lediglich ein Fünftel dessen was notwendig wäre, um bloß den Ist-Wert für die nächsten 100 Jahre zu erhalten.  Damit ergibt sich ein Investitionsdefizit von ca. 5 Milliaren Euro bis über 10 Milliarden Euro pro Jahr.

Schon jetzt seien Schäden offensichtlich, so Dr. Weigl. Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich zehn Prozent des Abwassers aus Kanälen exfiltrieren - also im Untergrund versickern und unter Umständen das Grundwasser verschmutzen. "Das ist ökologisch unverantwortlich. Der einzige Ausweg ist die Sanierung der Anlagen, und das so schnell wie möglich", betonte er.

Einen Überblick über den Zustand der Kanalisation in Bayern gab Erich Englmann, Leiter des Referats Schutz der oberirdischen Gewässer und Abwasserentsorgung am Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit. Durch eine Befragung von Gemeinden und mittels des bestehenden "Benchmarking Abwasser Bayern" seien die Daten erhoben worden, erklärt er. Danach gebe es rund 90 000 Kilometer öffentliche Kanäle in Bayern, 13 400 davon sind älter als 40 Jahre. Durchschnittlich müssten jedes Jahr 2 000 bis 2 500 Kilometer saniert werden, um den Zustand zu erhalten. Tatsächlich liegen die Sanierungsraten bei 500 Kilometer pro Jahr.

Die Kosten für die dringend notwendigen Sanierungen liegen laut Englmann bei rund vier Milliarden Euro. Einen Finanzierungsvorschlag hat er ebenfalls parat: "Bayern hat im Vergleich zu anderen Bundesländern mit durchschnittlich 1,9 Euro je Kubikmeter die niedrigsten Abwassergebühren", sagte er. Der Bundesdurchschnitt liege bei bei 2,5 Euro. "Hier gibt es einen Spielraum für Anhebungen." Staatliche Förderung sei dageben nicht geplant, die gebe es nur für den erstmaligen Bau.

Als "Best Practice"-Beispiel für eine Kommune mit vorbildlichem Umgang mit ihrem Kanalnetz stellte der Teisinger Bürgermeister Johann Hiebl das Sanierungskonzept seiner Gemeinde vor. "Wir haben aktuell einen guten Stand", resümierte Hiebl, "aber wir werden weiter investieren."

Die Erhöhung der Inspektionsrate, das Aufstellen eines Sanierungs- und Erneuerungskonzeptes für jede Gemeinde sowie die Beendigung des Investitionsstaus und Einhalten der jährlichen Investitionsquote sind auch die zentralen Forderungen der Aktionsgemeinschaft, sagte Katja Priem, die den Forderungskatalog vorstellte. "Wir müssen die Gefährdung des Grundwassers durch Exfiltration beenden", betonte sie, "und Schluss machen mit mangelhaft sanierter Kanalisation."
Quelle: PNP vom 29.03.2012

Pressemeldung 14.03.2012
PM 14.03.2012.pdf
PDF-Dokument [377.2 KB]
Pressemeldung 18.11.2011
PM 18.11.2011.pdf
PDF-Dokument [174.9 KB]

Die Aktionsgemeinschaft Impulse pro Kanal ist eine Kooperation verschiedener Verbände und Organisationen zur Förderung von Wasserver- und -entsorgungsanlagen.

Bundesweite Projektkoordination:

Impulse pro Kanal c/o BBB

Beethovenstraße 8

80336 München

info [at] impulse-pro-kanal [dot] de

089 51403181

 

Länderprojekte:

 

Baden-Württemberg

Impulse pro Kanal c/o FBF

Dr. Ulrich Lotz

Gerhard-Koch-Str. 2+4

73760 Ostfildern-Scharnhauser Park

baden-wuerttemberg [at] impulse-pro-kanal [dot] de

Fon 0711 32732300

 

Bayern
Impulse pro Kanal c/o BBB

Dipl.-Ing. Thomas Loders

Beethovenstraße 8

80336 München

bayern [at] impulse-pro-kanal [dot] de

Fon 089 51403181

 

Nordrhein-Westfalen

Impulse pro Kanal c/o FBS

Dipl.-Ing. Wilhelm Niederehe

Schlossallee 10

53179 Bonn

Tel.: 0228-95 45 6-54 

 

Sachsen/Thüringen

Impulse pro Kanal c/o FBF

Norbert Nahl

Meißner Straße 15 a

01723 Wilsdruff

sachsen-thueringen [at] impulse-pro-kanal [dot] de

Fon 035204 78040